Entgiften

Ganz ohne Verzicht. Wie soll das gehen? – Ein Zwischenbericht

Sind wir ein Resultat äußerer Einflüsse und Prägungen? Und was sind diese Einflüsse, die mich nähren? In welchem Ausmaß gelingt es mir tatsächlich, ICH zu sein, ohne es anderen Recht zu machen, mich anzupassen, Kompromisse zu schließen, Rücksicht zu nehmen… und mich dabei trotzdem oder gerade erst recht in meinem Umfeld einzubringen? Eine Balance, die es jeden Tag neu zu finden gilt.

Ernährung spielt eine wichtige Rolle für das individuelle Wohlbefinden. Sie hat einen großen Einfluss auf mein Körpergefühl, meine Leistungsfähigkeit, ja darauf, wie ich mich emotional fühle und wie mein Gehirn funktioniert; sowohl Nahrung, die ich mir in Form von Speisen und Getränken zuführe als auch intellektuelle und emotionale Nahrung.

Wir wissen das heute nur zu gut und sind dabei doch immer wieder unachtsam. Wollen uns einerseits manchmal einfach nur amüsieren, abschalten und müllen dann unser Hirn mit allerlei Informationen zu, die unsere Gedanken in Richtungen lenken, in die wir ja gar nicht mehr gehen möchten in unserem Leben. Oder es muss schnell gehen, weil wir so viel zu tun haben, zu faul sind zum kochen, und essen einen Kebap oder ein Stück Kuchen im Vorbeigehen gegen den Hunger zwischendurch. Gerade im Anpassen unserer Ernährungs-Gewohnheiten an andere Menschen gehen wir oft gegen die persönlichen Bedürfnisse, um ja nicht anzuecken – denn so ist es ja scheinbar einfacher…

Vor zweieinhalb Wochen begann ich mit einer intensiven Entgiftung. Bestimmte Dinge sind derzeit komplett von meinem Speiseplan gestrichen (Weizen, Milch- ja sogar alle tierischen Produkte, Zucker, Alkohol, u.ä.). Zusätzlich versuche ich, meinen Ayurveda Typ zu unterstützen. Ich nehme auch noch drei Mal täglich eine Mischung aus Wermut, Nelken und Walnuss, was den Parasiten, die sich im Laufe des Lebens im Körper ansammeln, an den Kragen gehen soll. Als ich einen Tag vor Beginn meiner Entgiftung in einer Liste zusammenfasste, was ich von nun an essen dürfte, kamen mir Zweifel, ob ich in der Lage sein würde, das durchzuziehen.

Die ersten 10 Tage war ich müde, empfand richtiggehende Entzugserscheinungen. Auch jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, klingt das Ganze so kompliziert und mühsam. Ist es aber nicht! Ganz im Gegenteil. Vor einer Woche ist es gekippt – ich fühle mich nicht mehr wie auf Drogenentzug sondern habe das Gefühl, als hätte sich ein völlig neuer Zugang zu Energiequellen eröffnet! Wenn ich keine Lust habe zu kochen, esse ich Reiswaffeln, vegetarische Snack-Würstel, oder Grünkohl-Chips. Und ich reinige, reinige, reinige. Einerseits körperlich, andererseits emotional. War zu Beginn der Entgiftung meine emotionale Kapazität auf einer Skala von 1 bis 10 auf Stufe 2, so stehe ich heute mit beiden Beinen fest am Boden. Und die Reinigung betrifft alle Bereiche! Dinge und Eigenschaften verabschieden sich aus meinem Leben, die darin einfach nichts mehr verloren haben. Dieses Ausmisten passiert automatisch. Ich brauche dazu nichts weiter zu tun. In bestimmter Gesellschaft kann und will ich mich derzeit nicht aufhalten, und anscheinend ist mein Energie-Niveau für manche richtig unangenehm. Strange vibes, one could say. Oder einfach nur sauberer!

Etwa zweieinhalb Wochen stehen mir noch bevor, inklusive der Saft-Tage und einer Leber-Reinigung als Krönung des Entgiftungs-Prozesses. Was mich am meisten verblüfft: ich habe nicht das Gefühl, auf irgendetwas zu verzichten. Im Gegenteil. Schnell mit Freunden etwas essen gehen oder mit der Familie gemeinsam zu kochen erfordert etwas an Planung und Toleranz – von beiden Seiten. Einerseits ist es für mich in Ordnung, wenn mein Gegenüber sein Frühstücks-Omelette mit billigen Eiern und Schinken isst, andererseits braucht es von meinem Gegenüber die Toleranz, dass ich gerade sehr bewusst auf Qualität und mein Wohlbefinden achte. Ich kann nachempfinden, dass es nicht immer einfach ist, neben mir zu sitzen. Dabei bin ich sehr darauf bedacht, nicht den Zeigefinger zu erheben und die Entscheidung des anderen zu akzeptieren, es wird aber auch für mein Umfeld deutlicher, was jeder ohne großen Aufwand in seinem eigenen Leben ändern kann. Dies so deutlich zu sehen, kann wilde Emotionen auslösen. Aber auch das gehört zur Reinigung. Beim (emotionalen) Ausmisten kommen oft unangenehme Altlasten und Plunder zum Vorschein. Jedes Stück, jedes Detail kann ich noch einmal eingehend betrachten und mich dann bewusst davon verabschieden.

Ich mag Dinge nicht mehr aufschieben, sondern mein Leben JETZT leben. So ein Entgiftungsprozess kann helfen, Platz zu schaffen, klarer zu sehen und zu neuen Kräften zu kommen. Dann ist es auch kein Verzicht, was das Wort „Fasten“ für mich implizieren würde, sondern ein großes Geschenk und wundervolles Hilfsmittel, mein inneres Licht zum Strahlen zu bringen.

Tips:

  • Begleitung
    Lass Dich von einem Ernährungsberater, Yoga-Lehrer, Therapeuten oder einem Freund, der damit Erfahrung hat, begleiten. Gerade in der Entgiftungsphase braucht es Unterstützung, die nicht ins persönliche Umfeld involviert ist, und als Außenstehender Verständnis für den intensiven Reinigungsprozess aufbringt, ohne sich selbst angegriffen zu fühlen.
    Ich lasse mich in dieser Phase von meiner Yoga-Lehrerin Beate McLatchie begleiten, die erfahrener Coach in diesem Bereich ist. – Kontakt Bali Yoga Wien
  • Zeit
    Beginne in einer Phase, wo Du Dir bewusst Zeit für Deine Prozesse nehmen und Deinen eigenen Rhythmus bestimmen kannst, z.B. ein verlängertes Wochenende oder gar eine Urlaubswoche. Es werden viele Fastenkuren in Wellness- oder gar Fastenhotels angeboten. Was ich an dieser Art der Entgiftung mag, ist dass ich keine Diät einhalte, die mir jemand anderer vorschreibt, sondern meinen Speiseplan nach meinem Ermessen zusammen stellen kann und sogar Ausnahmen erlaubt sind; z.B. wenn ich bei der Familienfeier einmal dann doch zu einem Stück Kuchen greife und das dafür dann so richtig genießen kann (darum nennt es sich auch „Happy Detox“ :-)). Für manche ist es einfacher, an einen anderen Ort zu fahren und sich Zeit zu nehmen, raus aus dem Alltag, doch ich empfinde es als notwendig in unserer Gesellschaft, dass wir Veränderungen lebbar machen und für unser Wohlbefinden nicht an irgendeinen „heiligen“ Ort fahren müssen.
  • Parasitenreinigung
    Für Informationen zu Parasiten und den Tropfen nach Dr. Hulda Clark
  • Ayurveda Typ
    Heutzutage gibt es unzählige „Typen-Bestimmungen“, nach denen wir uns mit entsprechender Ernährung unterstützen können: Ayurveda, Blutgruppe, TCM (Traditionelle chinesische Medizin), etc. Für mich ist auch das lediglich eine Orientierung. Ayurveda kommt aus einem anderen Kulturkreis und ich finde es sinnvoll, mich regional und saisonal zu ernähren und in einem Gesundheitswahn nicht nur auf die sogenannten Super-Foods (Acai, Maca, Schokolade, etc.) zurück zu greifen, die ja doch wieder erst weite Wege transportiert werden müssen und unter teilweise fragwürdigen Bedingungen hergestellt werden
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