Endlich Frühling!

Frühlingserwachen und die verdammte Frühjahrs-Müdigkeit

Endlich ist er da, der langersehnte Frühling! Nach einem langen, dunklen, grauen Winter in Europa werden die Tage wieder länger. Die Sonnenstrahlen wärmen spürbar. Endlich kann man wieder hinausgehen an die frische Luft! Der Bärlauch hat bereits ausgeduftet. Die Knospen der Bäume und Sträucher sind über Nacht in satte grüne Augenweiden explodiert. Jetzt ist sie da, die Frühjahrsmüdigkeit. Ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter, immer wissen wir einen Grund vorzuschieben für angebliches Unwohlsein. Im Winter ist es zu nass, zu kalt. Im Frühling ist es diese verdammte Müdigkeit. Im Sommer die unerträgliche Hitze. Und im Herbst die Tatsache, dass der Winter vor der Türe steht.

2015-04-14 13.44.46Wenn man nach einer langen Starre, wie es der Winter für die Natur ist, wieder zum Leben erwacht, dann brauchen die Glieder eben, um aufzuwachen. Vielleicht schmerzen sie und müssen sich erst wieder an die neue Lebendigkeit gewöhnen, wie eine Maschine, die erst geölt werden muss und etwas Zeit braucht, um wieder auf normale Betriebstemperatur zu kommen. Aber die Maschine jammert nicht, im Gegensatz zu uns Menschen. Und diese Jammerei ist jedes Jahr das Gleiche.

Das Gejammere anderer zu jeder Jahrezeit über das Wetter kann ich nicht beeinflussen, sehr wohl aber meinen eigenen bewussten Umgang mit dem Jahreszyklus. Als ich vor einigen Jahren das erste Mal einen Winter in Lateinamerika verbrachte, wurde ich dafür beneidet, den schrecklichen Winter nicht durchstehen zu müssen. Aber erstens mag ich den Winter und zweitens merkte ich, als ich zurückkam, dass mir etwas fehlte! Ich fuhr Anfang November weg, gerade als die Tage richtig kurz wurden, vor dem ersten Schnee, als es regnete und immer kälter wurde. Als ich zurückkam war es Mitte Mai. Es war herrlich warm, man konnte bereits fast wieder im See schwimmen und die Tage waren so wunderbar lang. Auf der südlichen Halbkugel war ich in den Genuss des dortigen Sommers gekommen. Und mein Körper war etwas verwirrt. Er hatte nicht ein halbes Jahr mehr geschlafen, um für das Weniger an Sonnenstunden zu kompensieren. Die Phase des Rückzugs und der Stille hatt ich ausgelassen. Das zeigte sich nicht in Symptomen, sondern einfach in einer leichten Verwirrtheit.

Da wurde mir richtig bewusst, wie sehr jede Phase in einem Zyklus seine Berechtigung hat, auch wenn es die Phase sein mag, die uns Menschen vielleicht eher unangenehm ist und nicht in unser trendiges Lebenskonzept passt. Aber sie ist essentiell! Auch um ein Mehr oder gar zu viel an Bewegung und Aktivität im Sommer auszugleichen. Also, aufhören mit der Jammerei und let the sunshine in! Ohne sich schon wieder über irgendetwas zu beschweren. Und wenn es regnet, dann lasst uns froh sein, denn dann blüht es dafür danach umso prachtvoller und die Luft zum Atmen ist herrlich frisch und belebend!

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